Die Augen sind die Fenster unserer Seele. Blicke sagen oft mehr als Worte, sie übermitteln einen vollkommenen Seelenzustand, die Tiefe unseres Wesens, das Erkennen einer geliebten Seele über die Jahrtausende, z.B. bei „Liebe auf den ersten Blick“. Die Augen spiegeln unsere innere Befindlichkeit unverkennbar wider, sei es Interesse, Freundlichkeit, Wärme, Freude, Trauer, Zu- oder Abneigung, Erstaunen, sexuelle Anziehung, Über-raschung, Angst, Drohung, Unterwürfigkeit, Wut, Ekel, Abscheu oder Schmerz.

Die Seele ist sich der Funktion unserer Augen durchaus bewusst, unser Verstand meist nicht. Das ist auch der Grund, warum häufig Menschen, die ein geringes Selbstwertgefühl haben, die Augen niederschlagen – sie fühlen sich unbewusst nicht wert, dass andere sie ansehen; sie schämen sich ihrer selbst, und wollen nicht, dass andere in ihren Augen erkennen, wie unwert sie seien. Das läuft natürlich zumeist unbewusst ab. Daneben gibt es aber auch noch eine andere Variante, nämlich, wer etwas zu verbergen hat, schlägt auch oft die Augen nieder oder meidet den Blick anderer Menschen, vielleicht weil er unlautere Absichten hat und unbewusst vermeiden will, dass andere erkennen, was er verbergen will. Und das kann man durchaus erkennen – denn unser Herz erkennt die Wahrheit, auch wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen mögen!

Die Bedeutung und der Umgang mit dem Blickkontakt werden jedoch kulturell verschieden bewertet und für bestimmte Situationen gibt es unterschiedliche Regeln: Lateinamerikaner und Asiaten vermeiden z.B. oft direkten Augenkontakt, da sie ihn als Respektlosigkeit werten, während für Europäer Blickkontakt zur Herstellung einer sozialen Basis üblich ist.

Augenkontakt kann aber auch als unangenehmes Anstarren und Aggression empfunden werden.

Die Augen = SEHEN ist mehr als ein physiologischer Vorgang. Das Auge hat schon immer eine faszinierende und vielschichtige Rolle im Leben der Menschen gespielt, es wird thematisiert in Sprichwörtern, Redewendungen, in Gedichten, in der Literatur, in ver-schiedenen Religionen und Kulturen, sowie in der Esoterik.

Redewendungen, die in unsere Sprache einfliessen:

  • etwas mit den Augen verschlingen
  • jemandem schöne Augen machen
  • einen Wunsch von den Augen ablesen
  • etwas nicht aus den Augen verlieren
  • etwas im Auge behalten
  • jemandem ein Dorn im Auge sein
  • auf einem Auge „blind“ sein
  • jemandem gehen die Augen auf
  • seinen (eigenen) Augen nicht trauen
  • die Augen vor etwas „verschliessen“
  • etwas fällt einem wie Schuppen von den Augen

Insbesondere die Angst vor dem Bösen Blick ist weltweit verbreitet.
Dieser Aberglaube an die unheilvolle Kraft des Bösen Blicks, der Tod, Unheil oder Krankheit bringt auf wen oder was er trifft, stammt vermutlich aus prähistorischer Zeit im Orient und hat sich von dort aus verbreitet, denn die meisten Überlieferungen stammen von Sumerern und Babyloniern.
Auf Kreisschrifttafeln, die auf das Jahr 3000 v. Chr. zurückgehen, ist das sumerische Wort IG-HUL = „Auge böse“ zu lesen.

Überwiegend in fernöstlichen Religionen, im Buddhismus und Hinduismus symbolisiert das Dritte Auge (Ajna) göttliche Weisheit und Erleuchtung. Nach der Chakrenlehre symbolisiert es ein energetisches Zentrum in der Mitte der Stirn zwischen dem Haaransatz und den Augenbrauen. In der Esoterik wird der Begriff des Dritten Auges für Menschen mit Fähig-keiten von aussersinnlichen Wahrnehmungen und Visionen verwendet. Im christlich-mystischen Verständnis wird das Dritte Auge als “inneres Sehen der Seele” aufgefasst.

Die meisten visuellen Probleme basieren nicht auf rein “mechanischen” Ursachen. Zwischen Auge und Gehirn gibt es eine enge anatomische Verbindung, denn Netzhaut und Sehnerv sind entwicklungsgeschichtliche Teile des Gehirns, die in das Auge vorgelagert sind. Unser Sehvermögen ist direkt mit unseren geistigen/gedanklichen Verhaltensweisen verbunden.

Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass Seheindrücke unmittelbar zu Gefühlsreaktionen, wie z.B. Weinen im Kino oder weite Pupillen bei Gefühlen wie Aufregung oder Angst auslösen. Somit ist es also möglich, durch eine Arbeit an der individuellen Persönlichkeit und Gedankenkraft die Sehkraft zu verbessern und zu verstärken.

Sehen ist nicht nur ein physischer Vorgang, bei dem es um Schärfe geht. Es ist eine mehr-dimensionale Funktion, die mit unserer Persönlichkeit verbunden ist, die den gefühls-mässigen und mentalen Zustand des Seins beeinflusst und von diesem beeinflusst wird. Das bedeutet, dass die Art der Sehstörung einem spezifischen Persönlichkeitstyp entspricht. Stress ist für alle gefühlsmässigen und physischen Unausgeglichenheiten verantwortlich und zeigt an, wie ein Individuum auf seine Umgebung reagiert, nämlich auf eine Weise, die nicht problemlos und einfach ist. Fehlsichtigkeit tritt häufig dann im Leben einer Person auf, wenn sie Stress in Bezug auf ihre Umgebung erlebt, wenn sie zu dieser Zeit weder im wörtlichen noch im übertragenen Sinne klar sieht. Falls dies über einen längeren Zeitraum anhält oder aussergewöhnlich stark ist, können die Augenmuskeln vorübergehend “einfrieren” und den Augapfel in einer Stellung festhalten. Weil die Spannung in diesen Muskeln mit den Spannungen im Bewusstsein der Person zusammenhängt, halten sie also das Individuum in einem bestimmten Bewusstseinszustand.

Die Augenmuskeln können jedoch entspannt und eine klare Sicht wieder hergestellt werden, nämlich
durch Yoga-Augenübungen und Entspannungstechniken. Diese helfen die Sehkraft zu erhalten, die Augen zu stärken und müde Augen zu entspannen.

Augenprobleme
Was will ich in meinem Leben nicht sehen?
„Ich erschaffe jetzt das Leben, das ich gerne betrachte.“

Kurzsichtigkeit
Angst vor der Zukunft, Angst sich von Dingen zu trennen.
„Ich nehme die göttliche Führung an und bin immer in Sicherheit.“

Weitsichtigkeit
Angst vor der Gegenwart. Man will in der Nähe etwas nicht sehen.
„Ich bin sicher im Hier und Jetzt. Ich sehe das deutlich.“

Bindehautentzündung
Wut und Enttäuschung über das, was man im Leben sieht.
„Ich sehe mit Augen der Liebe. Es gibt eine harmonische Lösung, und ich nehme sie jetzt an.“ 

Schielen
Will nicht sehen, was sich zeigt. Widersprüchlichkeit.
„Es ist gut, wenn ich hinblicke. Ich bin im Frieden.“