PROJEKT
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AM COMERSEE

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MONDHOLZHAUS?
im Januar 2026

Kaum hatten wir den Gedanken an eine andere Möglichkeit für die Realisierung unserer Unterkünfte zu Ende gedacht, plopp – stand sie plötzlich da.

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Wir rollten ahnungslos auf unser Grundstück, als uns ein über alle Backen strahlender Angelo begrüsste. Wild gestikulierend bedeutete er uns, das Fenster runterzulassen, und verkündete mit der Dringlichkeit einer Weltneuigkeit, dass sein Bruder Alessandro (ja genau – noch ein A…) da sei und uns sein Land zeigen könne.

Okay…

Zeit für Rückfragen blieb allerdings keine, denn Angelo hatte Alessandro bereits ins Blickfeld gezerrt: ein eher unscheinbarer, kleiner Mann, der uns schüchtern die Hand reichte, als hätte er sich aus Versehen in ein Abenteuer verirrt. Etwas überrumpelt trotteten wir den beiden hinterher – wobei „trotten“ eigentlich das falsche Wort ist: Sie liefen, gestikulierten, rannten halb die Strasse entlang, als würden sie gleich eine Sensation enthüllen.

Nach ungefähr einer Minute Volltempo blieben sie abrupt stehen.
„Qui!“, sagten sie.
Hier.
Hier könnt ihr euer Gästehaus hinstellen.

Vor uns lag ein grosses Stück Land mit traumhafter Seesicht (wobei man fairerweise sagen muss: Diese Aussicht haben hier offenbar einfach alle…). Rechts davon ragten mächtige, schattenspendende Bäume in den Himmel, und mitten drin standen – als hätten sie jahrhundertelang auf genau diesen Moment gewartet – zwei uralte Rusticos. Wir staunten nicht schlecht.

Alessandro präsentierte sein Land mit sichtbarem Stolz. Er wolle es verkaufen, erklärte er. Kurz darauf kam jedoch der Dämpfer: Landwirtschaftszone.
Wir sahen uns an.
Déjà-vu.

Das kannten wir ja bereits – genau dieses „Hier darf man leider nichts bauen“-Problem hatten wir doch schon.

Aber Angelo wäre nicht Angelo, wenn er nicht genau für diesen Moment ein Zwinkern parat hätte. Mit verschwörerischem Tonfall erklärte er uns, dass die Gemeinde ein Haus erlaube, wenn ein Rustico auf dem Land stehe. Und da hier gleich zwei davon herumstanden, könnten wir ein Haus mit 170 m² bauen.
Moment mal.
170 m²?
Haus?

Plötzlich war alles wieder möglich. Vielleicht sogar unser Mondholzhaus.
Vielleicht.
Wir werden sehen …

BAUBÜRO
im Dezember 2025

Kurz vor Weihnachten. Ein weiterer Durchbruch kündigt sich an. Unser kleines fahrbares Häuschen wird offiziell zum Baubüro befördert und direkt auf dem Grundstück platziert. Nicht aus Romantik – sondern aus Notwendigkeit.

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Denn wir haben festgestellt: Jedes Mal, wenn wir unseren Besuch ankündigen, herrscht auf der Baustelle ein emsiges Treiben. Männer mit Werkzeugen, konzentrierte Gesichter, geschäftiges Rufen. Kaum aber drehen wir uns um und fahren Richtung Heimat, scheint das Ganze wie ein unsichtbares Startsignal zu wirken – für Pasta, Chianti und Feierabend. So zumindest unsere Theorie. Mit diesen Spässen ist jetzt Schluss. Das Auge wohnt jetzt vor Ort.

Als wir ankamen, traute ich meinen Augen kaum. Rund 450 Quadratmeter Mauer leuchteten uns in einem wilden Patchwork aus allen erdenklichen Steinfarben entgegen. Ich liebe ruhige Formen und harmonische Farbtöne – mir wurde für einen Moment tatsächlich schwindlig. Unsere Vermutung: Hier wurden einfach alle Steine verbaut, die sonst nirgends mehr Platz fanden. Recycling auf italienisch. Mir war sofort klar: Das können wir so nicht lassen. Da ein Rückbau völlig unverhältnismässig wäre, entschieden wir uns für eine pragmatische Lösung mit Herz und Muskelkraft: Wir werden die Mauern selbst mit Kalklasur streichen. Beim nächsten Besuch machen wir ein Muster – ein Quadratmeter Hoffnung – und schauen, ob wir das Gesamtbild wieder etwas beruhigen können.

Der wichtigste Termin dieser Reise war das Treffen mit Anselmo, um unser Herzstück zu besprechen: den Yogaraum. Mit bedachter Wortwahl erklärte er uns, dass dieser Raum maximal 38 Quadratmeter gross sein dürfe. 38!

Ich war ehrlich gesagt schockiert. In unseren Köpfen waren wir bei mindestens 120 Quadratmetern gewesen – mit Weite, Licht und Atemraum. Doch es kam noch besser: In diesen 38 Quadratmetern dürften wir keine Yogaschule betreiben. Der Raum würde lediglich als Keller oder Abstellraum bewilligt werden.
Hä?

Ich sagte ihm ganz offen, dass das bedeuten würde, unseren Traum zu begraben. Bis zu diesem Moment war Anselmo der unerschütterliche Vermesser gewesen – korrekt, sachlich, regelkonform. Doch als er mir in die Augen sah und meine tiefe Enttäuschung erkannte, geschah etwas Unerwartetes. Er sprang förmlich von seinem Stuhl auf und sagte entschlossen:
„Andiamo. Wir gehen jetzt gemeinsam zur Gemeinde.“

Wir waren überrascht – und zutiefst dankbar. Auf der Gemeinde wurde Anselmo von allen gegrüsst, als wäre er Teil einer grossen Familie. Er erklärte unser Anliegen der zuständigen Fachfrau. Nach einigem Hin und Her dann die Wendung: Ja, wir dürfen eine Yogaschule machen. Aber nur, wenn wir zwei Toiletten einbauen – eine für Frauen, eine für Männer.

Unsere Erleichterung entlud sich in einem inneren Freudentanz. Der Raum würde zwar klein bleiben, aber möglich sein. Und Angelo – so wie wir ihn kennen – würde ihn ganz bestimmt grosszügiger bauen. Das bestätigte er uns später auch augenzwinkernd. Schliesslich hatte er uns schon einmal erklärt, dass er grundsätzlich zuerst baut und sich erst danach um die Bewilligung kümmert – in all den Jahren sei dabei noch nie etwas abgelehnt worden.

Als wir später über diese neue Realität nachdachten, spürte ich plötzlich eine Weite in meiner Brust. Wieder einmal zeigte sich: Wenn wir bereit sind, Dinge neu zu betrachten, entsteht Raum. Statt einem grossen geschlossenen Raum planen wir nun eine überdachte, offene Yoga-Shala mit seitlichen Vorhängen. An diesem Ort, mit dieser Sicht, ist das ein Traum. Vielleicht sogar schöner als alles, was wir uns zuvor vorgestellt hatten.

Zurück auf dem Grundstück wartete der nächste Termin. Ein grosses Haus direkt unterhalb unseres Grundstücks stand zum Verkauf. Lage und Grösse wären ideal für Gäste gewesen, der Preis allerdings jenseits unserer Realität. Trotzdem entschieden wir uns für eine Besichtigung. Ein Seniorenpaar lebte dort mit ihrem Sohn, sichtbar überfordert von der Grösse des Hauses. Es war vollgestellt mit Dingen, die hastig in Ecken geschoben worden waren. Das untere Stockwerk befand sich noch im Rohbau – für uns eigentlich perfekt. Doch das ganze Haus roch muffig, und wir entdeckten Schimmelflecken innen wie aussen. Wir fühlten uns beide unwohl und waren erleichtert, als wir wieder draussen standen. Das war definitiv nicht unser Haus. Wir liebäugeln lieber weiterhin mit dem Haus der Russin – und hoffen, dass die Sanktionen irgendwann Geschichte sein werden. Oder es wird sich noch eine andere Tür öffnen…

VOM TRAUM ZUR REALITÄT
im Oktober 2025

In diesem Video nehmen wir dich mit auf die Baustelle und zeigen dir den aktuellen Stand der Arbeiten.

Erlebe, wie Vision und Handwerk Schritt für Schritt verschmelzen – begleitet von der beeindruckenden Kulisse der lombardischen Alpen.

BEWILLIGUNG
im September 2025

Was für ein magischer Moment! Gerade ist die entscheidende Baubewilligung für unseren Hausumbau eingetroffen – und ja, dabei schlug das Herz mindestens so schnell wie bei einem Espresso-Doppio.

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In Italien hat fast jedes Haus eine Taverna. Offiziell ist das zwar kein Wohnraum, aber alle wissen: genau dort finden die besten Pizzaabende, die längsten Tafeln mit Freunden und das geheime Weinlager statt. Auch unser Haus macht da keine Ausnahme.

Unsere Idee: die Taverna um 20 cm tieferlegen, damit sie offiziell als Wohnraum gilt. Dann könnten wir dort einen Aufenthaltsbereich mit Küche, Esstischen und sogar ein Gästezimmer einrichten. Plus grössere Fensterfront, plus ein paar zusätzliche Fenster. Und siehe da: Bewilligt!

Die einzige Auflage: „Es gilt das Verbot der Durchfahrt mit Fahrzeugen, die mehr als drei Achsen haben.“ Na also – kein Problem, wir hatten ohnehin nicht vor, mit einem Monstertruck durch die Gassen zu donnern. 😉

Auch unser Wunsch, das Dach etwas anzuheben und auszubauen, war Teil des Plans. Die Umweltbehörde sah das anders und lehnte ab – für uns kein Weltuntergang. Aber Angelo? Der rief sofort: „Nichts da! Antrag nochmal stellen, mit ein paar Änderungen!“ Tja, er kennt die italienischen Gepflogenheiten besser als wir, also vertrauen wir ihm – wie immer.

Gerade stecken wir mitten in der Elektroplanung (Bertram ist da voll in seinem Element) und ich durfte schon die ersten beiden Badeinrichtungen bestellen (meine Leidenschaft – die Inneneinrichtung). Jetzt heisst es Angebote vergleichen, staunen, planen … und sich über jeden kleinen Fortschritt riesig freuen.

BAUFORTSCHRITT
im August 2025

Unser Baby wächst …

STEINE
im August 2025

Mit der Adresse in der Hand machten wir uns erneut auf den Weg an den Comersee, um die Betonsteine anzuschauen.

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Ein junger Italiener mit kurzem, lockigem Haar empfing uns und führte uns hinaus auf einen Platz, auf dem sämtliche verfügbaren Steine in allen erdenklichen Farben und Formen ausgestellt waren. Alles sauber aufgereiht, makellos … und doch leblos. Es wirkte unwirklich, fast steril – tote Materie, ohne die kleinste Unregelmässigkeit, ohne jede Spur von Natur. Ein Schauder lief mir über den Rücken. So soll unser Boden nicht aussehen. Wir wollen etwas, das atmet, lebt, Wärme ausstrahlt – echte Steine.

Im Auto schrieb ich Angelo: „Hast du eine Adresse von einem Steinmetz, der Granit im Sortiment hat?“
Die Antwort kam fast sofort: „Schaut mal in der Schweiz.“
Ich seufzte. „Okay … er hat wohl grad keine Zeit.“

Also suchten wir selbst im Internet und fanden einen kleinen Laden in der Nähe unseres Grundstücks.
„Lass uns gleich hinfahren“, sagte Bertram, und wir machten uns auf den Weg.
Kurz vor dem Ziel blitzte etwas vom Strassenrand – wie ein Zeichen.
„Warte mal“, sagte ich und zeigte nach links. „Hier waren wir doch schon mal – wegen der Badfliesen!“
Ohne zu zögern, bog Bertram ab.

Im Hinterhof entdeckten wir sie: genau die Steine, die wir gesucht hatten. Luserna Granit aus der Region. Ich nahm einen in die Hand, drehte ihn im Licht. „Das ist er.“

Wir gingen ins Büro, um eine Beratung zu bekommen – und da, plötzlich, kam er uns entgegen.
„Angelo!“ riefen wir überrascht.
Er lachte. „Ma guarda! Che ci fate qui?“
Er sah den Stein in meiner Hand und begann ohne Zögern alles für uns abzuklären, als hätte er nichts anderes zu tun.

Kurz darauf standen wir gemeinsam wieder auf unserem Grundstück.
„Ich hätte gern ein Mandala auf dem Garagenvorplatz“, sagte ich.
Angelo hob die Augenbrauen, Bertram grinste.
„Beh… tutto diverso?“, fragte Angelo.
„Alles anders“, bestätigte ich.

Unser Gefühl hatte endlich wieder Luft. Ja, es würde teurer werden – das hatte Angelo uns gleich gesagt. Aber es war unser Projekt. Jetzt warten wir nur noch auf die Offerte, und dann werden wir entscheiden.

NAMENSVETTERIN
im Juli 2025

Trotz Hochsommer empfing uns Italien heute mit kühler Luft. Unsere Gemüter waren allerdings freudig erhitzt, denn es ist schon eine ganze Weile her, seit wir das letzte Mal vor Ort waren. Was würde uns erwarten? Natürlich schickte uns Angelo fast täglich Fotos und Videos vom Bau – aber das ist nicht dasselbe, wie mit eigenen Augen zu sehen, wie unser Traum wächst.

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Mein Handy vibrierte – Samira, die Maklerin der Russin. „Sie sucht jetzt aktiv nach einer Möglichkeit, den Hausverkauf abzuwickeln. Habt ihr noch Interesse?“

Ich starrte auf den Bildschirm. „Das kleine Häuschen … für unsere Gäste. Das wäre perfekt.“
Bertram hob die Augenbrauen. „Was ist der Haken?“
Ich las weiter. „Bezahlung über ein Konto in den Emiraten oder in einem ASEAN-Land.“
Er zog eine Grimasse. „Hm. Klingt … interessant.“
Ich zuckte die Schultern. „Sehen wir’s uns an, dann wissen wir mehr.“

Zuerst aber ging es zu Angelo. Er und sein Bruder standen schon bereit, und auch der Elektriker war da. Zwischen Kabelrollen und Werkzeugkisten zeigten wir, wo Lampen, Steckdosen und Wasseranschlüsse hinkommen sollten. Bertram deutete nach draussen, Richtung Pool: „Und dort – genau vor dem Wasser – brauchen wir den Anschluss fürs Solarpanel.“ Der Elektriker blickte kurz zum Himmel, als würde er schon den Sonnenstand im Kopf berechnen, und skizzierte dann in der Luft, wo die Kabel laufen werden. Ich merkte wieder, wie viel Freude es macht, in diesem Stadium mitzureden – jede Entscheidung ist ein winziger Baustein in unserem grossen Bild.

Ohne grosse Pause wechselten wir das Thema.
Angelo führte uns vor die Garage, liess den Blick über den Parkplatz, die Wege durchs Grundstück und die Poolterrasse schweifen. „Betonsteine“, sagte er bestimmt. „Halten ewig und schonen das Budget.“

Für mich ist die Aussengestaltung eine völlig neue Welt – Formate, Oberflächen, Muster. Innenräume einzurichten liebe ich; wäre ich nicht Yogalehrerin, wäre ich wohl Innenarchitektin oder Hebamme geworden 😊. Doch ihm vertraue ich blind. Zum Abschied drückte er uns einen gefalteten Zettel in die Hand.
„Hier – schaut euch die Muster in diesem Geschäft an.“
Der warme Baustellenstaub lag in der Luft, und ich wusste: Wieder ein Punkt auf unserer endlosen Liste, der plötzlich ganz greifbar wird.

Noch während wir Pläne schmiedeten, rief Samira an: Sie wartete bereits vor dem Haus. Als wir ankamen, stand sie da – umringt von drei Männern. Ein Empfangskomitee wie im Film. Einer aus Kasachstan, die anderen zwei Italiener.

Wir betraten das Haus – und sofort war mir klar: Das ist das schmalste Haus, das ich je gesehen habe. Unten ein Raum mit Postkartenblick auf den See, daneben eine Küche, die ich mir in Gedanken schon als Bad vorstellte. Die Wendeltreppe knarzte unter unseren Schritten, wir erreichten das erste Obergeschoss: zwei Zimmer, ein Bad. Noch eine Treppe, und plötzlich waren wir unter einem hohen Dachgiebel. Licht strömte herein. Die Terrasse öffnete sich zum See hin – und für einen Moment vergassen wir zu atmen, so überwältigend war dieser Anblick. „Und mit separatem Eingang“, sagte Samira leise. Ich spürte, wie sich alles in mir auf Ja einstellte.

Anfangs war der Mann aus Kasachstan still, Blick auf den Boden, Hände in den Taschen. Doch dann brach es aus ihm heraus: Witze, Sprüche, wir bogen uns vor Lachen.
„Das ist wohl die lustigste Hausbesichtigung unseres Lebens“, keuchten wir.
Auch die andere Samira lachte so herzlich, dass ihre Augen leuchteten.

Ich fuhr nach Hause mit dem Gefühl, dass sich alles auf wundersame Weise fügt. Und mit dem Wissen, dass ich nicht nur ein Haus gefunden habe, das unser Projekt abrundet – sondern auch eine herzenswarme Namensvetterin, die mich daran erinnert: Alles kommt zur richtigen Zeit.

MAUERN
im Juni 2025

Es gibt im Leben diese Anrufe, die man schon am Klingelton erkennt: Das kann jetzt nur wichtig sein.

Neulich war so einer. Mittagspause, Sonne, mein Handy: Angelo ruft an. Einmal. Zweimal. Ich dachte: „Der ruft sonst nie an – brennt irgendwo was?“

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Statt Feueralarm kam kurz darauf eine WhatsApp. Hektisch getippt, ohne Satzzeichen, dafür mit einer klaren Botschaft: „Müssen uns innerhalb von 30 Minuten entscheiden wo die Wände fürs Bad neben der Garage hinkommen.“

Ich musste lachen. Drei Jahre lang warten wir auf den nächsten Baufortschritt – und jetzt soll ich in einer halben Stunde Grundrisse aus dem Ärmel zaubern? Natürlich war diese halbe Stunde schon vorbei, als ich die Nachricht überhaupt las.

Ich griff zum Telefon. „Bertram, wir müssen schnell…“
Er: „Ich bin in einem wichtigen Meeting.“
Ich: „Wichtiger als Wände?“
Er: „…Oh.“

Zwei Stunden später hatten wir unsere Entscheidung und riefen Angelo zurück. Seine Antwort war kein „Alles klar“ – sondern ein Foto. Darauf: Mauern. Halb hochgezogen.
Ich starrte auf den Bildschirm. „Ernsthaft?“
Aus dem Off hörte ich Angelos Stimme: „Der Mörtel war schon angerührt.“

Und da verstand ich: Wir haben etwas gemeinsam. Geduld ist auch nicht seine Kernkompetenz. Aber immerhin – er hatte die Wände genau so gesetzt, wie wir es auch gemacht hätten. 

BAUFORTSCHRITT
im Mai 2025

Judihui – das Fundament für die Yoga Shala ist gegossen! Bald wird hier geatmet, gedehnt und entspannt …

OFFEN SEIN FÜR VERÄNDERUNG
im April 2025

Anfang Dezember 2024 waren wir reif für die Insel. Mein Körper, Geist und Seele sehnten sich nach einem ‚Dureputze‘, nach Momenten des Innehaltens und dem ‚Einfach-Sein-dürfen‘.

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Deshalb tat ich etwas, das ich schon lange nicht mehr gemacht habe: Ich schenkte mir selbst eine zweimonatige Auszeit zu meinem sechzigsten Geburtstag. Während einer dreiwöchigen Pancha-Karma-Kur in Sri Lanka gönnte ich meinem Körper eine umfassende Generalreinigung, um voller Energie und Leichtigkeit ins neue Jahr zu starten. Das absolute Highlight war jedoch, dass meine Kinder mit ihren Liebsten zu meinem Geburtstag anreisten.

In dieser Zeit rückte unser Projekt gefühlt auf einen anderen Planeten – wir konnten so richtig loslassen. Die Vision war weit weg, das Hier und Jetzt dafür umso präsenter. Bis Angelo uns gegen Ende unserer Reise ganz irdisch daran erinnerte: „Wie möchtet ihr eigentlich mit den Tinyhäusern weitermachen?“

Ach ja, die Häuschen! Für uns war eigentlich alles klar – acht Stück sollten es werden. Also schickten wir ihm unser Konzept voller Elan. Seine Rückmeldung? Etwas ernüchternder: Er würde uns raten, erstmal mit einem Häuschen zu starten. Denn, so meinte er ganz pragmatisch: „Wir müssen zuerst mit der Gemeinde klären, ob Tinyhäuser in der Landwirtschaftszone überhaupt erlaubt sind.“ Diese Info war zwar nicht ganz neu für uns – und doch hat sie uns kurz ins Wanken gebracht.

Kurz darauf holte uns jedoch Anselmo (unser Geometra) sanft, aber bestimmt auf den Boden der Tatsachen zurück: Eine Bewilligung für unsere Tinyhäuser? Keine Chance. Einzig möglich sei ein befristeter Antrag für ein einziges Häuschen, das wir während der Bauphase bewohnen dürften – mit der beiläufigen Anmerkung, dass es danach wieder verschwinden müsse. Na wunderbar! Das waren ja rosige Aussichten …

Nach einer kurzer Phase der Ernüchterung entschieden wir uns, auf die behördliche Bewilligungs-Odyssee zu verzichten – und hatten plötzlich eine glanzvolle Eingebung: Warum nicht einfach ein zusätzliches bestehendes Haus kaufen, das sich für unsere Unterkunftspläne eignet?

Und siehe da: Angelo, unser Ideenfinder in allen Lebenslagen, wusste tatsächlich von einem passenden Haus – nur eine Gehminute von unserem Land entfernt. Es wäre einfach perfekt gewesen … wenn da nicht die Überweisungsrestriktionen nach Russland gewesen wären, die eine Zahlung an die Besitzerin derzeit unmöglich machen.

Also üben wir uns weiter in Geduld – eine unserer neuen Lieblingsdisziplinen – und vertrauen darauf, dass sich die Tore der Bankenwelt im rechten Moment wieder öffnen. Bis dahin bleibt keine Langeweile: Der Pool wächst weiter, Angelo werkelt an der Feuerstelle, die Zufahrtsstrasse wird verbreitert. Ein Badezimmerhäuschen neben der Garage nimmt bereits Form an, Mauern warten auf ihr neues Gewand, und bald werden die Geländer ihren Platz finden.

Und als ob all das nicht schon erstaunlich genug wäre – Anselmo hat tatsächlich sämtliche Umbauarbeiten für das Haus in die Pläne aufgenommen und wird sie bald an die Gemeinde zur Genehmigung schicken.

Langweilig wird es Angelo in nächster Zeit ganz bestimmt nicht …

BAUFORTSCHRITT
im November 2024

Es geht vorwärts …

METAMORPHOSE
im August 2024

Nach einem langen Prozess der Prüfung, Abwägung und Berechnung haben wir schließlich eine endgültige Entscheidung getroffen: Wir werden kein neues Haus bauen.

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Schon einmal ließ ich mich vom Drang nach „mehr, schneller, höher und weiter“ verführen. Damals stoppte mich mein Körper durch heftige Schmerzen und erinnerte mich auf unangenehme, aber wirksame Weise an meine eigentliche Aufgabe. Es ist erstaunlich, wie subtil das Ego sich immer wieder Gehör verschafft, indem es uns ständig einredet, wir müssten etwas noch Größeres erreichen. Wie gut, dass wir immer wieder die Chance bekommen, dieser Falle zu entgehen und uns damit einen schmerzhaften Umweg zu ersparen.

Zum Glück erkannten wir es diesmal rechtzeitig während eines intensiven Gesprächs auf unserer Terrasse. Wir erinnerten uns bewusst an unsere ursprüngliche Vision, nämlich einen Ort der Begegnung zu schaffen. Dafür mussten wir kein neues Haus bauen. Abgesehen davon, dass dies Jahre in Anspruch genommen und ein großes Loch in unseren Geldbeutel gerissen hätte, wäre uns in einem großen Haus auch die Privatsphäre abhandengekommen, da die Gästezimmer und der Aufenthaltsraum mit Küche und Essbereich direkt unter unserer Wohnung geplant waren. Es erschien uns viel sinnvoller, stattdessen mehrere kleine Tinyhäuschen zu errichten, damit sowohl wir als auch unsere Gäste die Möglichkeit haben, sich in ihre eigenen Räume zurückzuziehen.

Als wir uns dies eingestanden hatten, fiel eine riesige Last von unseren Schultern. Wir hatten uns ja in das verspielte Haus verliebt, weil es genauso ist, wie es ist. Klein. Gemütlich. Einfach ein wunderbares Hexenhäuschen. Uns wurde klar, dass dieser kleine Umweg des „Immer-mehr-Wollens“ uns die Erkenntnis brachte, dass weniger tatsächlich mehr ist. Wir informierten Angelo, der unser erneutes „Alles-wieder-auf-den-Kopf-stellens“ mit einem milden Lächeln quittierte.

WARTEN, WARTEN, WAAAAAARTEN …
im Juni 2024

Dieses Projekt lehrt uns weiterhin geduldig zu sein. Die Intention war klar, die Zeichen deutlich, die Vision im Geiste geboren. Aber die Umsetzung hat eine eigene Dynamik. 

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Für eine Seele ist es eine wahre Freude, Bilder zu kreieren – sie ist zeitlos, ungebunden und kennt keine Grenzen. Für sie steht das Haus bereits, der Garten blüht in voller Pracht und die Yogamatte liegt ausgerollt in der wunderschönen Shala mit Blick über den Comersee und auf die majestätischen Berge. Die träge materielle Welt jedoch braucht ihre Zeit, um etwas in eine Form zu bringen.

In der Zwischenzeit schichtet Angelo Erdmassen und Steine schön geordnet und doch herrlich wild durchmischt, aufeinander, um die Terrassen für die Tinyhäuschen zu schaffen. Nach wie vor ist er unser Engel vor Ort, der uns unermüdlich mit einem schalkhaften, beruhigenden Augenzwinkern motiviert.

VERBINDUNG
im April 2024

Pontresina ist für uns wie ein zweites Zuhause. Hier finden wir Ruhe und Inspiration. Über Ostern wanderte mein Sohn Yannick während fünf Tagen von Pontresina nach Pianello und verband diese beiden Kraftorte miteinander. Wie wunderbar!

MUTIG ODER NAIV?
ab Juni 2023

Nichtsdestotrotz liess uns die Idee eines neuen Hauses nicht mehr los. Als wir wieder zuhause waren, mussten wir unsere Gedanken dringend neu sortieren. Wir kamen zum Schluss, dass diese Option zumindest prüfenswert ist.

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Wir klärten die finanziellen Möglichkeiten (Wohnung in Männedorf verkaufen), den Zeitfaktor (wir würden wieder von vorne beginnen müssen…) sowie die Vorteile der Nachhaltigkeit, Sicherheit und Selbstgestaltung eines neuen Holzhauses.

„The biggest risk is, if you risk nothing“, war wiederum das Fazit unserer Überlegungen. Wir schrieben die Wohnung zum Verkauf aus, holten Offerten von Baufirmen ein und liessen uns von Anselmo, dem Vermesser und einem Architekten beraten.

Anselmo, der auch für die Bewilligungen zuständig ist, trödelte immer noch in italienischer Manier entspannt vor sich hin. Wir trafen ihn jeweils in seinem kleinen Büro im Nachbardorf, um die Pläne zu besprechen. Die Zeit mit ihm war äusserst anstrengend. Er brüllte in einer ohrenbetäubenden Lautstärke auf Italienisch, weil er dachte, dass wir ihn so besser verstehen können. Aber wir waren ja nicht schwerhörig, sondern beherrschten einfach die italienische Sprache noch nicht so gut. Er wollte uns helfen, aber seine negative Art alles zu Verkomplizieren war für uns eine Tortour und wir flüchteten jeweils nach diesen Gesprächen zum strahlenden Angelo, der uns wieder Mut machte.

ALLES WIRD ANDERS?
im Juni 2023

Seit dem ersten Spatenstich reisten wir regelmässig in den Süden, um das Geschehen besser nachvollziehen zu können. Jedes Mal empfing uns Angelo voller Enthusiasmus, er strotzte nur so vor Ideen.

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Zum Beispiel entschied er die Garage grösser zu machen, weil wir ja sicherlich Freude daran hätten, wenn wir noch einen Abstellplatz für die Velos und eine Werkecke erhalten würden. Ausserdem bot es sich an – so seine logische Erklärung – gleich neben der Garage ein Bad mit WC/Dusche anzubauen. Das könne nie schaden, meinte er. Nun ja, das klingt schlüssig, oder?! Da die Garagengrösse und der Anbau bereits in Beton gegossen war, ergaben wir uns demütig unserem Schicksal 😉.

Stolz zeigte uns Angelo auch seinen Aufbau auf dem Garagendach, wo der Pool seinen Platz finden sollte. Auch hier nickten wir ergeben und freuten uns, weil er sich so sehr freute. Sein Enthusiasmus kannte in der Tat keine Grenzen. denn seine glorreichste Idee hatte er sich bis zum Schluss aufgehoben. Er habe sich überlegt, dass es besser wäre, wenn wir das Haus, anstelle einer Renovation, abreissen und ein neues Holzhaus hinstellen würden. Erwartungsvoll musterte er uns und war offensichtlich zufrieden mit dem Resultat, welches sich auf unseren Gesichtern abzeichnete. Ein ungläubiges Stirnrunzeln, welches von einem leichten Kopfschütteln begleitet wurde, hatte er wohl erwartet, denn jetzt kam er erst recht in Schwung. Mit glühender Begeisterung beschrieb er sämtliche Vorteile, wie dann könnten wir erdbebensicher bauen (war das denn bis jetzt nicht der Fall gewesen…?) und wir könnten die Räume so gestalten, wie wir wollen (aber uns gefiel doch genau dieses Haus mit seiner Verspieltheit…?). Seine Euphorie war nicht zu bremsen und wir standen einfach nur mit offenen Mündern vor ihm und waren von diesem Menschen tief beeindruckt.

GEDULD HEISST DAS ZAUBERWORT
im November 2022

Als wir sehr spontan und ohne Angstgedanken, was alles schief gehen könnte (oder vielleicht könnte man auch sagen etwas naiv…), dieses wunderbare verspielte Haus hoch über dem Comersee kauften, waren wir voller Euphorie und Freude auf … Ja, auf was denn genau?

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Seit einem Jahr wird unsere Geduld auf die Probe gestellt. Immer wieder werden wir vertröstet. Die italienische Bürokratie strotzt vor Lahmheit. Dazu kommt, dass wir die Sprache nicht beherrschen, was es auch nicht gerade einfacher macht, uns durchzusetzen.

Zum Glück gibt es noch die universelle Sprache, derer ich mich immer wieder gerne bediene und die jeder versteht – unabhängig davon in welchem Land er lebt und welche Sprache er spricht. Ich verbinde mich bewusst mit dem Seelenanteil von demjenigen (in meinem Fall die italienische Behörde, unseren Architekten u.a.), dem ich etwas sagen möchte. Ich rufe ihn sozusagen mit einem geistigen Telefon an und kann auf dieser Ebene alles besprechen was mir auf dem Herzen liegt – ausser er nimmt den Hörer nicht ab, was aber noch nie vorgekommen ist. Jedesmal, und wirklich jedesmal erhalten wir danach ein Zeichen vom Angerufenen in Form einer E-Mail, einem Foto oder Dokument.

Diese Energie-Ebene kennt keine Grenzen, weder sprachlich noch zeitgebunden.

So war es auch, als wir den ersten Spatenstich visualisierten und uns unmittelbar darauf Angelo – unser Engel vor Ort – dieses Foto schickte. Es geht los! Unsere Freude ist grenzenlos. Die erste Ausgrabung für die Garage und die Wassertanks läutete den Start ein. Jippi!!!

ANGELO

Bist du auch schon einmal einem Menschen begegnet, bei dem du das Gefühl hattest, ihn schon lange zu kennen? Es ist sofort eine Vertrautheit da, ein Sich-erkennen. So geschah es mit Angelo.

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Er verkaufte uns das Haus am Comersee und wird es für uns umbauen. Es war sofort eine Verbindung da, die mich tief auf Herzensebene berührte. Auch wenn wir uns in unserer irdischen Sprache (noch) nicht verständigen können (er spricht nur Italienisch und mein Wortschatz ist immer noch weit von einer fliessenden Kommunikation entfernt), verstehen wir uns. Es ist diese Erinnerung an eine Vereinbarung vor langer langer Zeit. Und plötzlich ist er da – der Moment des Wiedersehens.

In meinem ersten Buch ‚Die Seele will atmen – eine Reise zu deinem Herzen‘ erzähle ich mein Erlebnis mit Angela. Vielleicht kannst du dich erinnern? Wenn nicht, kannst du, wenn du möchtest, die Geschichte gerne hier lesen. Dieses engelhafte Mädchen zeigte mir vor vielen Jahren ein Bild mit meiner Lebensaufgabe, nämlich Menschenherzen miteinander zu verbinden und zu helfen, den Horizont zu öffnen, Werkzeuge für ihr Leben zu schenken, um eine Sprache zu finden, und ihnen die Verbindung zwischen den verschiedenen Welten zu erklären.

Es berührt mich zutiefst, dass ich nun wieder einem Engel mit dem Namen Angelo begegne, der mir hilft den äusseren Rahmen für diese Aufgabe zu gestalten. Irgendwie hatte ich ein gutes Näschen bei der Vorbereitung für diese Inkarnation😊.

NOTARIAT, BANK & ITALIEN
im Dezember 2021

Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien und es war eiskalt. Nach braver Corona-Testerei fuhren wir ohne Kontrolle über die Grenze nach Italien. Wir hatten viel vor: Bank, Umbaupläne mit dem Architekten studieren, Notariat. Ein paar Bauern wollten uns zusätzliches Land verkaufen.

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Trotz des vollen Programms war das kribbelnde Gefühl der Vorfreude da. Nach einer Stunde in der Bank und gefühlten fünftausend Unterschriften für die Eröffnung eines Kontos, vertieften wir uns mit einer gekonnten Hand-Fuss-Gesichtsakrobatik-Kommunikation mit dem Architekten in die Umsetzung unseres Projekts mit der glorreichen Erkenntnis, dass das Baugesetz in diesem Land ziemlich eigensinnig ist. Der Tag endete mit Eiszapfen an der Nasenspitze, weil der Notar uns Green-Pass-losen nicht ins Gebäude lassen durfte. Ein geöffnetes Fenster diente als Durchreiche für die Verträge… Was für eine aussergewöhnliche Zeit!

Ein Projekt in dieser Grössenordnung und dann noch in Italien ist die ideale Gelegenheit, wenn man lernen möchte, geduldig zu sein und im Vertrauen zu leben. Wenn wir voller Ängste sind, kommen wir nicht vom Fleck. Es braucht im Leben Mut, Neues auszuprobieren, Überraschendes zu empfangen und immer wieder loszulassen im Vertrauen, dass es gut ist, so wie es ist. Eines meiner Lieblingszitate von Buddha ist: «The biggest risk is if you risk nothing”, also das größte Risiko ist, wenn du nichts riskierst.

PIANELLO DEL LARIO
im August 2021

Im August fuhr Bertram bei strömendem Regen in dieses kleine Dorf am Comersee. Nach der Besichtigung schickte er mir Fotos vom Haus. Als ich sie betrachtete, wartete ich vergeblich auf ein bestätigendes Ja in meinem Inneren.

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Das Haus war gross und praktisch, aber eben, dieses Ja konnte ich einfach nicht wahrnehmen. Ich schaute mir nochmals die Ausschreibung und die Bilder im Internet an. Aber auch hier, nichts! Kein bejahendes Zeichen! Plötzlich ploppte ganz unten auf dem Bildschirm ein anderes Inserat auf. Ich klickte darauf und wusste sofort, das ist es! Ich weiss, das klingt seltsam. Aber so war es, ich wusste es einfach.

Ich bat Bertram, sich dieses Haus auch noch anzuschauen. Wir fanden heraus, dass es sich ganz in der Nähe des anderen Hauses befand. Der Makler hatte kurzfristig Zeit und als Bertram mir diese Fotos schickte, war es noch klarer als zuvor. Wir hatten unser Haus gefunden.

Ein paar Wochen später reisten wir beide nach Italien. Ich war zuvor noch nie am Comersee. Als ich in unserem Haus stand, vibrierte mein Herz auf Hochtouren. Es stand verspielt und etwas abseits vom Dorf, inmitten einer Landwirtschaftszone. Der wunderschöne Blick auf den Comersee und die Berge war unbeschreiblich. Ein wahrer Kraftort.

Ich empfinde dieses Projekt als eine Fügung. Es fühlt sich an, als wenn wir nur die Ausführenden sind, die etwas in diese Welt bringen dürfen, das viel grösser ist, als wir es uns vorstellen können. Auch wenn wir bald erfahren werden, dass in Italien nicht alles so läuft, wie wir es uns vorgestellt hatten, vertraute ich darauf, dass alles zum perfekten Zeitpunkt geschieht, dass alles richtig ist, wie es ist. Daran hatte ich nie gezweifelt und dennoch oder gerade deswegen, führt uns das Leben an Situationen, die uns helfen, zu vertrauen und noch freier zu werden.

VISUALISIERUNG

Daraufhin reisten wir ins etwas kühlere Engadin. Auf einem Berg brachte uns die Weitsicht über die Täler und Seen die definitive Klarheit, dieses Haus loszulassen. Beim Realisieren eines Traums muss der Prozess fliessend sein.

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Und dieses Haus war durchdrungen von zähflüssigen Problemen, die sich sicherlich irgendwie lösen lassen würden. Aber wenn es dermassen harzig und mühselig vorangeht, kann das nur eine liebgemeinte Warnung sein, die Finger davon zu lassen.

Am nächsten Tag wanderten wir tief in ein Tal hinein. Das Loslassen schenkte uns Raum, alles nochmals zu überdenken. Offensichtlich hatten wir uns auf einem Irrweg befunden. Mitten auf einer kleinen Holzbrücke blieben wir stehen, betrachteten das klare Wasser des Flusses und visualisierten nochmals unseren Traum eines Ortes der Begegnung. Dieses Mal waren wir nicht zaghaft mit Träumen, Inspirationen und Einfällen. Die kühnsten Ideen packten wir ein, in ein Gefäss voller Dankbarkeit, inklusive Zeitpunkt, nämlich ‚Jetzt‘. Was wir allerdings vergessen hatten, war der Standort.

Der Gang über diese kleine Holzbrücke entpuppte sich als manifestiertes Wunder. Ein paar Stunden später begegneten wir einem Nachbarn, der uns begeistert von seinem Ferienhaus am Comersee erzählte – und dass gleich daneben ein Haus zu verkaufen sei. Comersee? Wirklich? Soll dort dieser Ort der Begegnung entstehen? Wir mussten nicht lange überlegen. Die Zeichen waren klar.

TESSIN?

Mein Entschluss war gefasst. Wir machten uns auf die Suche nach dem geeigneten zahlbaren Haus. Das Tessin als Standort mit der mediterranen Atmosphäre mit Palmen, Kamelien und Magnolien gefiel uns. Wir besichtigten einige Grundstücke und Häuser, aber immer gab es etwas, was uns davon abhielt, aus tiefstem Herzen ja dazu zu sagen.

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Ein Haus hoch über dem Lago Maggiore hatte es uns besonders angetan. Die Grösse war ideal und vor allem die Lage überzeugte uns. Es würden ein paar Umbauten und Renovationen nötig sein, um einen Yogaraum, einen privaten Bereich sowie ein paar Gästezimmer zu realisieren.

Der Makler machte mächtig Druck, verlangte eine Anzahlung und versuchte uns einzuschüchtern, indem er behauptete, dass das Haus noch andere Interessenten hätte. Aber wie sagt man so schön: Gut Ding will Weile haben. Mit Druck erreicht man gar nichts. Wenn etwas sein soll, wird es das auch. Entweder etwas ist im Fluss oder eben nicht.

Der Hausbesitzer war der Bürgermeister dieses Dorfes. Als er die Geduld mit seinem erfolglosen Makler verlor, lud er uns zu sich nach Hause ein. Es war heiss an diesem Tag. Selbst durch die Schuhsohlen versengte uns der glühende Gehweg zu seiner akkuraten Villa die Füsse. Das Atmen fiel schwer. Das Schwitzen umso leichter. Der Trick war, beim Gehen so wenig zu schwitzen wie irgend möglich.

Seine blondierte Frau öffnete das grosse Eisentor und wir durften im Vorraum zu seiner Villa an einem verrosteten Tisch auf wackligen Stühlen Platz nehmen. Von Anfang an war er uns suspekt. Wenn ich mir ein Bild von einem Mafiaboss machen müsste, würde er diesem sehr nahekommen. Seine Frau begrüsste uns mit falschem Lächeln aus aufgespritzten Lippen. Er lächelte genauso aufgesetzt, schüttelte kräftig meine Hand und klopfte Bertram kumpelhaft auf den Rücken. Schnell kam er auf den Punkt, indem er uns einen beträchtlichen Preisnachlass anbot, wenn wir ihm einen Teil des Geldes in bar geben würden. Oh je, dachten wir. Wenn wir uns darauf einlassen würden, wären wir in Zukunft von diesem unsympathischen Mann abhängig, da sämtliche Anträge und Bewilligungen auf seinem Tisch als Bürgermeister landen. So hatten wir uns das ganz und gar nicht vorgestellt.

WIE ALLES BEGANN

Bertram’s Lebenstraum war es, irgendwann einmal im Tessin zu leben. Während der Pandemie surfte ich ein wenig im Internet und entdeckte ein wunderschönes Haus im Tessin. Spontan entschieden wir uns dieses anzuschauen – einfach so, ohne konkrete Pläne. Der Preis war überirdisch hoch, aber das hielt uns nicht von einer Besichtigung ab. Wir wollten nur mal schauen, unverbindlich…

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Das Haus war ein Traum. Mitten im Grünen gelegen, ruhig mit einer wunderschönen Sicht auf den Lago Maggiore. Ich verliebte mich in die Inneneinrichtung und wollte am liebsten sogleich einziehen – wenn nur nicht der hohe Verkaufspreis gewesen wäre.

Dieses Haus war der Startpunkt für ein radikales Umdenken. Als ich im Garten stand und auf den Lago Maggiore blickte, sah ich plötzlich vor mir die Vision unseres Begegnungszentrums. Bertram und ich rechneten und planten den ganzen restlichen Tag, bis uns die Köpfe rauchten. Dieses Projekt würde bedeuten, dass ich mein Yogastudio in Zürich verkaufen müsste. Unsere Euphorie wurde zusätzlich durch die Pandemie befeuert, die mir und so vielen anderen durch die angeordneten Sanktionen und limitierten Schüler das Leben schwer machte.

LEBENSTRAUM

Es ist wichtig, dass wir träumen und Ziele haben und wir müssen nicht erst darauf warten, dass sie vom Himmel fallen. Spätestens auf dem Sterbebett wird uns bewusstwerden, welche Träume wir nicht gelebt haben. Es ist jedoch nie zu spät, Träume zu verwirklichen. Wir sind hier, um genau das zu tun.

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Vielleicht kennst du deinen Lebenstraum bereits, weisst aber nicht, wie ihn umsetzen? Vielleicht kennst du ihn noch nicht und weisst nicht, wie du ihn finden kannst? Du weißt nicht, was das Universum mit dir vorhat? 

Dann sitzen wir untätig herum und warten auf irgendein übernatürliches Ereignis, irgendeine Stimme oder Engelerscheinungen, um sich darüber klar zu werden, was wir mit unserem Leben anstellen sollen. Dann solltest du einmal ein paar Sachen ausprobieren und du wirst schnell feststellen, was funktioniert und was nicht. Sei mutig und probiere verschiedenes, was dir Freude macht, aus. Das ist so ähnlich wie beim Kleiderkaufen. Meistens muss man erst einiges anprobieren, bevor man das findet, was passt. So ist das im Leben auch, man muss verschiedenes ausprobieren, bis man etwas Passendes findet. Sei mutig, Schritte zu wagen, Träume zu haben, Ziele zu setzen, Hoffnung zu hegen und immer, immer, immer daran zu glauben, dass das Universum fähig ist, Wunder geschehen zu lassen.

Lasst uns darüber nachdenken, was ist, wenn man ein fleißiger Mensch ist, aber keine Träume hat. Von dieser Sorte gibt es viele. Sie stehen jeden Morgen auf und tun ihre Pflicht, haben aber keine Hoffnung oder Träume, abgesehen davon, ihren monatlichen Lohn zu bekommen und die Rechnungen bezahlen zu können. Und so geht das Monat für Monat. Ich glaube, wenn wir so leben, wird uns mit der Zeit langweilig. Alles bleibt beim Alten und ist langweilig. Hat das Leben nicht mehr zu bieten? Wann erlebe ich endlich einmal etwas Aufregendes, etwas Überraschendes? So jemand bewegt sich nicht vom Fleck.

Wohin möchtest du? Was ist deine Absicht, deine grösste Vision vom Leben? Wir dürfen glauben, dass wir eine neue Ebene erreichen können und dass das Universum noch etwas Grösseres mit uns vorhat.

UNSERE VISION

Einer unserer Lebensträume ist es, einen Raum zu schaffen für körperliche, geistige und spirituelle Bewusstseinsarbeit, an dem sich Menschen begegnen, sei es im Gespräch, in der Bewegung oder in der Stille, sei es im gemütlichen Gemeinschaftsraum oder dem einladenden Naturgarten, am wärmenden Feuer, im erfrischenden Pool, während einer Yogastunde oder Veranstaltung. Wir möchten einen Ort schaffen, an den man immer wieder gerne hinkommt, sei es, um Menschen kennen zu lernen oder auch um sich eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. Einen Anlauf in diese Richtung hatten wir vor einigen Jahren bereits gemacht. Aber in letzter Sekunde dämmerte uns, dass Zürich nicht der geeignete Ort gewesen wäre. 

ALLES LEBENDIGE VERHÄLT SICH ZYKLISCH.

Kommt und geht. Wächst und zerfällt. Im Grossen. Im Kleinen. Und dann sind da: die Momente dazwischen. Dort, wo die Energie ihre Richtung ändert, der Wind sich dreht, die Karten neu gemischt werden. Plötzlich ist er da, dieser Moment in dem der Verlauf des Kreises neu bestimmt wird, er eine neue Richtung erhält.

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Es ist Zeit weiterzuziehen …

…und plötzlich war da dieses innere Wissen. Es stieg aus der Tiefe unserer Seele auf und wir erkannten: Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel in unserem Lebensbuch zu öffnen.

Aus dem Kreis wird eine Spirale geformt.

Unsere Vision eines Ortes der Begegnung im sonnigen Süden wird Wirklichkeit. An diesem magischen Ort führt die Spirale nach Innen, in die Tiefe, in die Stille, zum inneren Licht. Dort möchten wir dich an der Hand nehmen, mit dir das Leben feiern, Tränen der Heilung würdigen, mit Meditationen in die geborgene Tiefe der Stille versinken, den Körper im Yoga stark, geschmeidig und lebendig spüren und mit Toleranz das Leben lieben lernen. Und das alles mit herrlicher Weitsicht über den Comersee, die uns einlädt die Richtung der Spirale zu ändern und unser Licht nach Aussen zu tragen. 

Träume leiten uns, ermutigen uns und lassen uns nach neuen Höhen streben.