PROJEKT
aaVa RETREAT CENTER
AM COMERSEE

ALLES LEBENDIGE VERHÄLT SICH ZYKLISCH.

Kommt und geht. Wächst und zerfällt. Im Grossen. Im Kleinen. Und dann sind da: die Momente dazwischen. Dort, wo die Energie ihre Richtung ändert, der Wind sich dreht, die Karten neu gemischt werden. Plötzlich ist er da, dieser Moment in dem der Verlauf des Kreises neu bestimmt wird, er eine neue Richtung erhält.

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Es ist Zeit weiterzuziehen …

…und plötzlich war da dieses innere Wissen. Es stieg aus der Tiefe unserer Seele auf und wir erkannten: Es ist an der Zeit, ein neues Kapitel in unserem Lebensbuch zu öffnen.

Aus dem Kreis wird eine Spirale geformt.

Unsere Vision eines Ortes der Begegnung im sonnigen Süden wird Wirklichkeit. An diesem magischen Ort führt die Spirale nach Innen, in die Tiefe, in die Stille, zum inneren Licht. Dort möchten wir dich an der Hand nehmen, mit dir das Leben feiern, Tränen der Heilung würdigen, mit Meditationen in die geborgene Tiefe der Stille versinken, den Körper im Yoga stark, geschmeidig und lebendig spüren und mit Toleranz das Leben lieben lernen. Und das alles mit herrlicher Weitsicht über den Comersee, die uns einlädt die Richtung der Spirale zu ändern und unser Licht nach Aussen zu tragen. 

Träume leiten uns, ermutigen uns und lassen uns nach neuen Höhen streben.

UNSERE VISION

Einer unserer Lebensträume ist es, einen Raum zu schaffen für körperliche, geistige und spirituelle Bewusstseinsarbeit, an dem sich Menschen begegnen, sei es im Gespräch, in der Bewegung oder in der Stille, sei es im gemütlichen Gemeinschaftsraum oder dem einladenden Naturgarten, am wärmenden Feuer, im erfrischenden Pool, während einer Yogastunde oder Veranstaltung. Wir möchten einen Ort schaffen, an den man immer wieder gerne hinkommt, sei es, um Menschen kennen zu lernen oder auch um sich eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. Einen Anlauf in diese Richtung hatten wir vor einigen Jahren bereits gemacht. Aber in letzter Sekunde dämmerte uns, dass Zürich nicht der geeignete Ort gewesen wäre. 

LEBENSTRAUM

Es ist wichtig, dass wir träumen und Ziele haben und wir müssen nicht erst darauf warten, dass sie vom Himmel fallen. Spätestens auf dem Sterbebett wird uns bewusstwerden, welche Träume wir nicht gelebt haben. Es ist jedoch nie zu spät, Träume zu verwirklichen. Wir sind hier, um genau das zu tun.

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Vielleicht kennst du deinen Lebenstraum bereits, weisst aber nicht, wie ihn umsetzen? Vielleicht kennst du ihn noch nicht und weisst nicht, wie du ihn finden kannst? Du weißt nicht, was das Universum mit dir vorhat? 

Dann sitzen wir untätig herum und warten auf irgendein übernatürliches Ereignis, irgendeine Stimme oder Engelerscheinungen, um sich darüber klar zu werden, was wir mit unserem Leben anstellen sollen. Dann solltest du einmal ein paar Sachen ausprobieren und du wirst schnell feststellen, was funktioniert und was nicht. Sei mutig und probiere verschiedenes, was dir Freude macht, aus. Das ist so ähnlich wie beim Kleiderkaufen. Meistens muss man erst einiges anprobieren, bevor man das findet, was passt. So ist das im Leben auch, man muss verschiedenes ausprobieren, bis man etwas Passendes findet. Sei mutig, Schritte zu wagen, Träume zu haben, Ziele zu setzen, Hoffnung zu hegen und immer, immer, immer daran zu glauben, dass das Universum fähig ist, Wunder geschehen zu lassen.

Lasst uns darüber nachdenken, was ist, wenn man ein fleißiger Mensch ist, aber keine Träume hat. Von dieser Sorte gibt es viele. Sie stehen jeden Morgen auf und tun ihre Pflicht, haben aber keine Hoffnung oder Träume, abgesehen davon, ihren monatlichen Lohn zu bekommen und die Rechnungen bezahlen zu können. Und so geht das Monat für Monat. Ich glaube, wenn wir so leben, wird uns mit der Zeit langweilig. Alles bleibt beim Alten und ist langweilig. Hat das Leben nicht mehr zu bieten? Wann erlebe ich endlich einmal etwas Aufregendes, etwas Überraschendes? So jemand bewegt sich nicht vom Fleck.

Wohin möchtest du? Was ist deine Absicht, deine grösste Vision vom Leben? Wir dürfen glauben, dass wir eine neue Ebene erreichen können und dass das Universum noch etwas Grösseres mit uns vorhat.

WIE ALLES BEGANN

Bertram’s Lebenstraum war es, irgendwann einmal im Tessin zu leben. Während der Pandemie surfte ich ein wenig im Internet und entdeckte ein wunderschönes Haus im Tessin. Spontan entschieden wir uns dieses anzuschauen – einfach so, ohne konkrete Pläne. Der Preis war überirdisch hoch, aber das hielt uns nicht von einer Besichtigung ab. Wir wollten nur mal schauen, unverbindlich…

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Das Haus war ein Traum. Mitten im Grünen gelegen, ruhig mit einer wunderschönen Sicht auf den Lago Maggiore. Ich verliebte mich in die Inneneinrichtung und wollte am liebsten sogleich einziehen – wenn nur nicht der hohe Verkaufspreis gewesen wäre.

Dieses Haus war der Startpunkt für ein radikales Umdenken. Als ich im Garten stand und auf den Lago Maggiore blickte, sah ich plötzlich vor mir die Vision unseres Begegnungszentrums. Bertram und ich rechneten und planten den ganzen restlichen Tag, bis uns die Köpfe rauchten. Dieses Projekt würde bedeuten, dass ich mein Yogastudio in Zürich verkaufen müsste. Unsere Euphorie wurde zusätzlich durch die Pandemie befeuert, die mir und so vielen anderen durch die angeordneten Sanktionen und limitierten Schüler das Leben schwer machte.

TESSIN?

Mein Entschluss war gefasst. Wir machten uns auf die Suche nach dem geeigneten zahlbaren Haus. Das Tessin als Standort mit der mediterranen Atmosphäre mit Palmen, Kamelien und Magnolien gefiel uns. Wir besichtigten einige Grundstücke und Häuser, aber immer gab es etwas, was uns davon abhielt, aus tiefstem Herzen ja dazu zu sagen.

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Ein Haus hoch über dem Lago Maggiore hatte es uns besonders angetan. Die Grösse war ideal und vor allem die Lage überzeugte uns. Es würden ein paar Umbauten und Renovationen nötig sein, um einen Yogaraum, einen privaten Bereich sowie ein paar Gästezimmer zu realisieren.

Der Makler machte mächtig Druck, verlangte eine Anzahlung und versuchte uns einzuschüchtern, indem er behauptete, dass das Haus noch andere Interessenten hätte. Aber wie sagt man so schön: Gut Ding will Weile haben. Mit Druck erreicht man gar nichts. Wenn etwas sein soll, wird es das auch. Entweder etwas ist im Fluss oder eben nicht.

Der Hausbesitzer war der Bürgermeister dieses Dorfes. Als er die Geduld mit seinem erfolglosen Makler verlor, lud er uns zu sich nach Hause ein. Es war heiss an diesem Tag. Selbst durch die Schuhsohlen versengte uns der glühende Gehweg zu seiner akkuraten Villa die Füsse. Das Atmen fiel schwer. Das Schwitzen umso leichter. Der Trick war, beim Gehen so wenig zu schwitzen wie irgend möglich.

Seine blondierte Frau öffnete das grosse Eisentor und wir durften im Vorraum zu seiner Villa an einem verrosteten Tisch auf wackligen Stühlen Platz nehmen. Von Anfang an war er uns suspekt. Wenn ich mir ein Bild von einem Mafiaboss machen müsste, würde er diesem sehr nahekommen. Seine Frau begrüsste uns mit falschem Lächeln aus aufgespritzten Lippen. Er lächelte genauso aufgesetzt, schüttelte kräftig meine Hand und klopfte Bertram kumpelhaft auf den Rücken. Schnell kam er auf den Punkt, indem er uns einen beträchtlichen Preisnachlass anbot, wenn wir ihm einen Teil des Geldes in bar geben würden. Oh je, dachten wir. Wenn wir uns darauf einlassen würden, wären wir in Zukunft von diesem unsympathischen Mann abhängig, da sämtliche Anträge und Bewilligungen auf seinem Tisch als Bürgermeister landen. So hatten wir uns das ganz und gar nicht vorgestellt.

VISUALISIERUNG

Daraufhin reisten wir ins etwas kühlere Engadin. Auf einem Berg brachte uns die Weitsicht über die Täler und Seen die definitive Klarheit, dieses Haus loszulassen. Beim Realisieren eines Traums muss der Prozess fliessend sein.

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Und dieses Haus war durchdrungen von zähflüssigen Problemen, die sich sicherlich irgendwie lösen lassen würden. Aber wenn es dermassen harzig und mühselig vorangeht, kann das nur eine liebgemeinte Warnung sein, die Finger davon zu lassen.

Am nächsten Tag wanderten wir tief in ein Tal hinein. Das Loslassen schenkte uns Raum, alles nochmals zu überdenken. Offensichtlich hatten wir uns auf einem Irrweg befunden. Mitten auf einer kleinen Holzbrücke blieben wir stehen, betrachteten das klare Wasser des Flusses und visualisierten nochmals unseren Traum eines Ortes der Begegnung. Dieses Mal waren wir nicht zaghaft mit Träumen, Inspirationen und Einfällen. Die kühnsten Ideen packten wir ein, in ein Gefäss voller Dankbarkeit, inklusive Zeitpunkt, nämlich ‘Jetzt’. Was wir allerdings vergessen hatten, war der Standort.

Der Gang über diese kleine Holzbrücke entpuppte sich als manifestiertes Wunder. Ein paar Stunden später begegneten wir einem Nachbarn, der uns begeistert von seinem Ferienhaus am Comersee erzählte – und dass gleich daneben ein Haus zu verkaufen sei. Comersee? Wirklich? Soll dort dieser Ort der Begegnung entstehen? Wir mussten nicht lange überlegen. Die Zeichen waren klar.

PIANELLO DEL LARIO
im August 2021

Im August fuhr Bertram bei strömendem Regen in dieses kleine Dorf am Comersee. Nach der Besichtigung schickte er mir Fotos vom Haus. Als ich sie betrachtete, wartete ich vergeblich auf ein bestätigendes Ja in meinem Inneren.

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Das Haus war gross und praktisch, aber eben, dieses Ja konnte ich einfach nicht wahrnehmen. Ich schaute mir nochmals die Ausschreibung und die Bilder im Internet an. Aber auch hier, nichts! Kein bejahendes Zeichen! Plötzlich ploppte ganz unten auf dem Bildschirm ein anderes Inserat auf. Ich klickte darauf und wusste sofort, das ist es! Ich weiss, das klingt seltsam. Aber so war es, ich wusste es einfach.

Ich bat Bertram, sich dieses Haus auch noch anzuschauen. Wir fanden heraus, dass es sich ganz in der Nähe des anderen Hauses befand. Der Makler hatte kurzfristig Zeit und als Bertram mir diese Fotos schickte, war es noch klarer als zuvor. Wir hatten unser Haus gefunden.

Ein paar Wochen später reisten wir beide nach Italien. Ich war zuvor noch nie am Comersee. Als ich in unserem Haus stand, vibrierte mein Herz auf Hochtouren. Es stand verspielt und etwas abseits vom Dorf, inmitten einer Landwirtschaftszone. Der wunderschöne Blick auf den Comersee und die Berge war unbeschreiblich. Ein wahrer Kraftort.

Ich empfinde dieses Projekt als eine Fügung. Es fühlt sich an, als wenn wir nur die Ausführenden sind, die etwas in diese Welt bringen dürfen, das viel grösser ist, als wir es uns vorstellen können. Auch wenn wir bald erfahren werden, dass in Italien nicht alles so läuft, wie wir es uns vorgestellt hatten, vertraute ich darauf, dass alles zum perfekten Zeitpunkt geschieht, dass alles richtig ist, wie es ist. Daran hatte ich nie gezweifelt und dennoch oder gerade deswegen, führt uns das Leben an Situationen, die uns helfen, zu vertrauen und noch freier zu werden.

NOTARIAT, BANK & ITALIEN
im Dezember 2021

Es war ein herrlicher Tag. Die Sonne schien und es war eiskalt. Nach braver Corona-Testerei fuhren wir ohne Kontrolle über die Grenze nach Italien. Wir hatten viel vor: Bank, Umbaupläne mit dem Architekten studieren, Notariat. Ein paar Bauern wollten uns zusätzliches Land verkaufen.

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Trotz des vollen Programms war das kribbelnde Gefühl der Vorfreude da. Nach einer Stunde in der Bank und gefühlten fünftausend Unterschriften für die Eröffnung eines Kontos, vertieften wir uns mit einer gekonnten Hand-Fuss-Gesichtsakrobatik-Kommunikation mit dem Architekten in die Umsetzung unseres Projekts mit der glorreichen Erkenntnis, dass das Baugesetz in diesem Land ziemlich eigensinnig ist. Der Tag endete mit Eiszapfen an der Nasenspitze, weil der Notar uns Green-Pass-losen nicht ins Gebäude lassen durfte. Ein geöffnetes Fenster diente als Durchreiche für die Verträge… Was für eine aussergewöhnliche Zeit!

Ein Projekt in dieser Grössenordnung und dann noch in Italien ist die ideale Gelegenheit, wenn man lernen möchte, geduldig zu sein und im Vertrauen zu leben. Wenn wir voller Ängste sind, kommen wir nicht vom Fleck. Es braucht im Leben Mut, Neues auszuprobieren, Überraschendes zu empfangen und immer wieder loszulassen im Vertrauen, dass es gut ist, so wie es ist. Eines meiner Lieblingszitate von Buddha ist: «The biggest risk is if you risk nothing”, also das größte Risiko ist, wenn du nichts riskierst.

ANGELO

Bist du auch schon einmal einem Menschen begegnet, bei dem du das Gefühl hattest, ihn schon lange zu kennen? Es ist sofort eine Vertrautheit da, ein Sich-erkennen. So geschah es mit Angelo.

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Er verkaufte uns das Haus am Comersee und wird es für uns umbauen. Es war sofort eine Verbindung da, die mich tief auf Herzensebene berührte. Auch wenn wir uns in unserer irdischen Sprache (noch) nicht verständigen können (er spricht nur Italienisch und mein Wortschatz ist immer noch weit von einer fliessenden Kommunikation entfernt), verstehen wir uns. Es ist diese Erinnerung an eine Vereinbarung vor langer langer Zeit. Und plötzlich ist er da – der Moment des Wiedersehens.

In meinem ersten Buch ‘Die Seele will atmen – eine Reise zu deinem Herzen’ erzähle ich mein Erlebnis mit Angela. Vielleicht kannst du dich erinnern? Wenn nicht, kannst du, wenn du möchtest, die Geschichte gerne hier lesen. Dieses engelhafte Mädchen zeigte mir vor vielen Jahren ein Bild mit meiner Lebensaufgabe, nämlich Menschenherzen miteinander zu verbinden und zu helfen, den Horizont zu öffnen, Werkzeuge für ihr Leben zu schenken, um eine Sprache zu finden, und ihnen die Verbindung zwischen den verschiedenen Welten zu erklären.

Es berührt mich zutiefst, dass ich nun wieder einem Engel mit dem Namen Angelo begegne, der mir hilft den äusseren Rahmen für diese Aufgabe zu gestalten. Irgendwie hatte ich ein gutes Näschen bei der Vorbereitung für diese Inkarnation😊.

GEDULD HEISST DAS ZAUBERWORT
im November 2022

Als wir sehr spontan und ohne Angstgedanken, was alles schief gehen könnte (oder vielleicht könnte man auch sagen etwas naiv…), dieses wunderbare verspielte Haus hoch über dem Comersee kauften, waren wir voller Euphorie und Freude auf … Ja, auf was denn genau?

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Seit einem Jahr wird unsere Geduld auf die Probe gestellt. Immer wieder werden wir vertröstet. Die italienische Bürokratie strotzt vor Lahmheit. Dazu kommt, dass wir die Sprache nicht beherrschen, was es auch nicht gerade einfacher macht, uns durchzusetzen.

Zum Glück gibt es noch die universelle Sprache, derer ich mich immer wieder gerne bediene und die jeder versteht – unabhängig davon in welchem Land er lebt und welche Sprache er spricht. Ich verbinde mich bewusst mit dem Seelenanteil von demjenigen (in meinem Fall die italienische Behörde, unseren Architekten u.a.), dem ich etwas sagen möchte. Ich rufe ihn sozusagen mit einem geistigen Telefon an und kann auf dieser Ebene alles besprechen was mir auf dem Herzen liegt – ausser er nimmt den Hörer nicht ab, was aber noch nie vorgekommen ist. Jedesmal, und wirklich jedesmal erhalten wir danach ein Zeichen vom Angerufenen in Form einer E-Mail, einem Foto oder Dokument.

Diese Energie-Ebene kennt keine Grenzen, weder sprachlich noch zeitgebunden.

So war es auch, als wir den ersten Spatenstich visualisierten und uns unmittelbar darauf Angelo – unser Engel vor Ort – dieses Foto schickte. Es geht los! Unsere Freude ist grenzenlos. Die erste Ausgrabung für die Garage und die Wassertanks läutete den Start ein. Jippi!!!

ALLES WIRD ANDERS?
im Juni 2023

Seit dem ersten Spatenstich reisten wir regelmässig in den Süden, um das Geschehen besser nachvollziehen zu können. Jedes Mal empfing uns Angelo voller Enthusiasmus, er strotzte nur so vor Ideen.

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Zum Beispiel entschied er die Garage grösser zu machen, weil wir ja sicherlich Freude daran hätten, wenn wir noch einen Abstellplatz für die Velos und eine Werkecke erhalten würden. Ausserdem bot es sich an – so seine logische Erklärung – gleich neben der Garage ein Bad mit WC/Dusche anzubauen. Das könne nie schaden, meinte er. Nun ja, das klingt schlüssig, oder?! Da die Garagengrösse und der Anbau bereits in Beton gegossen war, ergaben wir uns demütig unserem Schicksal 😉.

Stolz zeigte uns Angelo auch seinen Aufbau auf dem Garagendach, wo der Pool seinen Platz finden sollte. Auch hier nickten wir ergeben und freuten uns, weil er sich so sehr freute. Sein Enthusiasmus kannte in der Tat keine Grenzen. denn seine glorreichste Idee hatte er sich bis zum Schluss aufgehoben. Er habe sich überlegt, dass es besser wäre, wenn wir das Haus, anstelle einer Renovation, abreissen und ein neues Holzhaus hinstellen würden. Erwartungsvoll musterte er uns und war offensichtlich zufrieden mit dem Resultat, welches sich auf unseren Gesichtern abzeichnete. Ein ungläubiges Stirnrunzeln, welches von einem leichten Kopfschütteln begleitet wurde, hatte er wohl erwartet, denn jetzt kam er erst recht in Schwung. Mit glühender Begeisterung beschrieb er sämtliche Vorteile, wie dann könnten wir erdbebensicher bauen (war das denn bis jetzt nicht der Fall gewesen…?) und wir könnten die Räume so gestalten, wie wir wollen (aber uns gefiel doch genau dieses Haus mit seiner Verspieltheit…?). Seine Euphorie war nicht zu bremsen und wir standen einfach nur mit offenen Mündern vor ihm und waren von diesem Menschen tief beeindruckt.

MUTIG ODER NAIV?
ab Juni 2023

Nichtsdestotrotz liess uns die Idee eines neuen Hauses nicht mehr los. Als wir wieder zuhause waren, mussten wir unsere Gedanken dringend neu sortieren. Wir kamen zum Schluss, dass diese Option zumindest prüfenswert ist.

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Wir klärten die finanziellen Möglichkeiten (Wohnung in Männedorf verkaufen), den Zeitfaktor (wir würden wieder von vorne beginnen müssen…) sowie die Vorteile der Nachhaltigkeit, Sicherheit und Selbstgestaltung eines neuen Holzhauses.

“The biggest risk is, if you risk nothing”, war wiederum das Fazit unserer Überlegungen. Wir schrieben die Wohnung zum Verkauf aus, holten Offerten von Baufirmen ein und liessen uns von Anselmo, dem Vermesser und einem Architekten beraten.

Anselmo, der auch für die Bewilligungen zuständig ist, trödelte immer noch in italienischer Manier entspannt vor sich hin. Wir trafen ihn jeweils in seinem kleinen Büro im Nachbardorf, um die Pläne zu besprechen. Die Zeit mit ihm war äusserst anstrengend. Er brüllte in einer ohrenbetäubenden Lautstärke auf Italienisch, weil er dachte, dass wir ihn so besser verstehen können. Aber wir waren ja nicht schwerhörig, sondern beherrschten einfach die italienische Sprache noch nicht so gut. Er wollte uns helfen, aber seine negative Art alles zu Verkomplizieren war für uns eine Tortour und wir flüchteten jeweils nach diesen Gesprächen zum strahlenden Angelo, der uns wieder Mut machte.

VERBINDUNG
im April 2024

Pontresina ist für uns wie ein zweites Zuhause. Hier finden wir Ruhe und Inspiration. Über Ostern wanderte mein Sohn Yannick während fünf Tagen von Pontresina nach Pianello und verband diese beiden Kraftorte miteinander. Wie wunderbar!

WARTEN, WARTEN, WAAAAAARTEN …
im Juni 2024

Dieses Projekt lehrt uns weiterhin geduldig zu sein. Die Intention war klar, die Zeichen deutlich, die Vision im Geiste geboren. Aber die Umsetzung hat eine eigene Dynamik. 

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Für eine Seele ist es eine wahre Freude, Bilder zu kreieren – sie ist zeitlos, ungebunden und kennt keine Grenzen. Für sie steht das Haus bereits, der Garten blüht in voller Pracht und die Yogamatte liegt ausgerollt in der wunderschönen Shala mit Blick über den Comersee und auf die majestätischen Berge. Die träge materielle Welt jedoch braucht ihre Zeit, um etwas in eine Form zu bringen.

Die Pläne und eine Offerte für das Mondholzhaus liegen auf dem Tisch und nun warten wir auf die Bewilligung.

In der Zwischenzeit schichtet Angelo Erdmassen und Steine schön geordnet und doch herrlich wild durchmischt, aufeinander, um die Terrassen für die Tinyhäuschen zu schaffen. Nach wie vor ist er unser Engel vor Ort, der uns unermüdlich mit einem schalkhaften, beruhigenden Augenzwinkern motiviert.